Digitale Dominanz

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Bitte versuchen Sie Lösungen für den Regenwald zu finden. Artikel: Berühmte leere Worte

In Politik und Wirtschaft wird viel über Klima, Nachhaltigkeit und Schutz der Umwelt gesprochen. Neue Begriffe haben Einzug in die Diskussion gehalten. Doch was gut klingt, muss noch lange nicht gut sein. Oft entpuppen sich positive Ausdrücke bei genauerer Betrachtung als leere Worthülse oder als das Gegenteil von dem, was sie eigentlich beschreiben. Eine Auswahl:

„Net-zero“ und „klimaneutral“

„Net-zero“ und „klimaneutral“ will sagen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt – zumeist 2030 oder 2050 – das Klima nicht zusätzlich belastet wird, weil Treibhausgase irgendwie vermieden oder aufgefangen werden. In Realität heißt es jedoch nicht viel, wenn Umweltsünder (im globalen Norden) darauf setzen, dass irgendjemand (im globalen Süden) die Schäden repariert – mit einer Technik, die bisher nicht funktioniert. Auch der Zeitrahmen ist wichtig: Kommen Emissionen jetzt frei, werden aber erst in Jahrzehnten aufgefangen, ist die Null unterm Strich heute wertlos. 

„Nature-based-solutions“

Die Natur als Lösung aller Probleme. Das klingt schön, weil es Respekt vor der Kraft der Natur andeutet. Doch Vorsicht, die Natur ist kein bloßes Reparaturwerkzeug. Viele dieser Lösungen missachten zudem die Rechte der örtlichen Bevölkerung: Werden Wälder, in denen Indigene seit Menschengedenken im Einklang mit der Natur leben, zu Schutzgebieten erklärt, kann das zur Vertreibung von Millionen Menschen führen.

Selbstverpflichtungen

Viele Unternehmen behaupten, sie hätten die Tragweite der Umweltkrisen und ihre Verantwortung dafür verstanden. Sie hantieren mit Jahreszahlen und Zielmarken, verleihen sich selbst Umweltlogos. Misstrauen ist angebracht, weil die Selbstverpflichtungen meist schärfere Gesetze verhindern sollen und nicht eingehalten werden. Unternehmen kontrollieren am Ende selbst, ob sie ihr Versprechen eingehalten haben – und klopfen sich auf jeden Fall auf die Schultern.

Vorsilben „Grün“ und „Bio“

Die Vorsilben „Grün“ und „Bio“ verstehen sich eigentlich von selbst. „Bio“ ist so positiv besetzt, dass es sogar Bio-Wasser zu kaufen gibt. „Grünen Strom“ zu verschwenden scheint ok. Doch „grünes Wachstum“, „grüner Bergbau“ – nichts davon gibt es in der Realität. Beides verursacht Schäden an Natur und Klima. Bio-Treibstoffe stammen zumeist von riesigen, ökologisch wertlosen Monokulturen. Der Titel „Green deal“ der EU macht das Konjunkturprogramm noch lange nicht zum Umweltprogramm.

Seien Sie also bei wohlklingenden Statements und Ankündigungen wachsam. Entscheidend ist, was die Begriffe in der Realität bedeuten und was sie kaschieren.

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