Auf Minensuche mit trainierten Sprengstoff-Ratten

Ratten mit sensiblem Geruchssinn

Apopo hat sich auf die Minenräumung mit Hilfe von Ratten spezialisiert. Derzeit sind die „Hero Rats“ in Angola, Mosambik und Thailand unterwegs. Die Nager bringen alle wichtigen Voraussetzungen für den Einsatz mit.

„Ratten haben einen der sensibelsten Geruchssinne. Wir trainieren Afrikanische Hamsterratten. Diese Art ist intelligent, relativ ruhig und gut trainierbar“, sagt Bina Emanvele.

Die Tiere werden an ein Seil gebunden und über ein Minenfeld geschickt. Anders als Hunde lösen die knapp einen Kilo schweren Ratten keine Explosion aus, wenn sie eine Mine durch Kratzen und Schaben anzeigen.

An den Geruch von Sprengstoff gewöhnt

Ausgebildet werden die Minenratten in Tansania. Am Campus der Universität Sokoine befinden sich ein Forschungslabor, eine Zuchtstation und das Trainingslager, in dem die Tiere unter praxisnahen Bedingungen aufwachsen.

Einen Monat nach der Geburt werden die Ratten an den Geruch des Sprengstoffs TNT gewöhnt und lernen, diesen von anderen Gerüchen zu unterscheiden. Erst nach mehreren Trainingswochen im Sandkasten geht es auf das Feld.

Nun üben die Tiere an entschärften Minen. Bei der Abschlussprüfung durch unabhängige Prüfer, dürfen sich die Ratten maximal zwei Fehler erlauben.

Im Einsatz in Mosambik

Der Erfolg gibt den Nagern und ihren Ausbildern recht. „Die Ratten haben ausgezeichnete Fähigkeiten beim Aufspüren von Minen bewiesen“, sagt Bina Emanvel.

Die Organisation pocht darauf, dass die Tiere in der Provinz Gaza im Südosten Mosambiks die betroffene Region so schnell von Minen gesäubert, dass sie ein Jahr vor der von der Regierung gesetzten Frist fertig wurden. Derzeit schnüffeln 54 Ratten in Mosambik nach Landminen, die als Relikte des jahrzehntelangen Bürgerkriegs im Boden liegen.

Bis heute konnte Apopo allein in Mosambik nach eigenen Angaben rund 2400 Minen und 990 Bomben entschärfen. Doch auf die „Hero Rats“ und ihre Ausbilder wartet noch viel Arbeit: Nach UN-Angaben sind in 66 Staaten noch immer große Landflächen vermint.

Text: www.welt.de

Foto: www.focus.de

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