Zerstört Essen unsere Zukunft? Das Interview.

Wie kann ein zukunftsfähiges Ernährungssystem aussehen?

Für mich muss ein Ernährungssystem ökologisch sein – und regional verankert. Berlin ist aktuell auf dem Weg dorthin. Es soll künftig ähnlich wie in Kopenhagen, mehr regionales Bio in den öffentlichen Kantinen und Verwaltungen geben. Für Brandenburg und die dort wirtschaftenden Erzeuger ist das eine große Chance, denn das Bio-Gemüse, das momentan rund um Berlin angebaut wird, deckt bei Weitem nicht die Nachfrage aus der Stadt.

Wie kann es Bauern einfacher gemacht werden, auf Öko-Landbau umzustellen?

Ein Land, Bundesland oder eine Stadt kann eine Ernährungsstrategie auflegen. Darin enthalten sind ernährungspolitische Ziele, eine Vision und konkrete Maßnahmen mit Ressourcen, also Geld. Als konventioneller Bauer sehe ich so, dass es politisch in die ökologische Richtung geht. Ein Bundesland kann auch Einsicht in die aktuelle Marktentwicklung geben, indem es statistische Öko-Marktdaten erhebt und transparent macht.

Das betrifft die finanzielle Seite, doch wie erkennt ein Bauer, ob bio zu ihm passt?

Ein gutes Instrument, den Bio-Landbau kennenzulernen sind unverbindliche Kennenlern-Treffen und -Veranstaltungen. Dort können sich Bauern, die umstellen wollen mit denen austauschen, die schon umgestellt haben.

Was muss sich politisch tun?

Hier an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde,, bilden wir Öko-Bäuerinnen und Bauern von morgen aus. Letztendlich braucht es ein Bildungssystem, das diese Art der Ausbildung fördert. Wenn wir bundesweit ökologischer werden wollen, braucht es eine ökologische Ausbildung, auch im Bereich der klassischen landwirtschaftlichen Ausbildung und in den Meisterkursen.

Quelle: Schrott und Korn. Die Zeitschrift des Bioladens.

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