Verteilung, Krieg, Verschwendung: Welthunger hat viele Gründe

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung, von aktuell rund 7,5 Milliarden auf neun bis zehn Milliarden Menschen ansteigen. Mit ihr die Nachfrage nach Lebensmitteln, auch nach Fleisch.

Laut Welternährungsorganisation (FAO) produzieren wir zurzeit weltweit etwa 3000 Kilokalorien pro Kopf und Tag. Das ist rund ein Drittel mehr als das, was ein Mensch am Tag benötigt. Rein rechnerisch wäre im Moment also genug Nahrung da – für 7,5 Milliarden Menschen, aber auch für 10 Milliarden. Dennoch hungern heute mehr als 800 Millionen Menschen. Zugleich gelten etwa zwei Milliarden Menschen als übergewichtig.

„An der ungleichen Verteilung sieht man gut, dass die bloße Kalorienzahl, die weltweit geerntet wird, nur ein Faktor ist. Hunger hat viele Gründe, wie etwa Krieg und Vertreibung”, sagt Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Agrarökonom, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologischer Landwirtschaft (BÖLW) und selbst Landwirt. „Viele Kalorien landen nicht direkt in den Mägen, sondern im Futtertrog, weil wir in der westlichen Welt zu viel Fleisch essen. Sie landen auch im Tank, damit unsere Autos fahren können. Kurz gesagt: Wer Hunger bekämpfen will, muss an vielen Schrauben drehen: der Landwirtschaft, dem eigenen Ernährungsstil, der politischen Stabilität in vielen Ländern, dem Zugang zu Land, Bildung und der Gleichberechtigung von Frau und Mann.“

Die Lebensmittel Verschwendung ist auch hier ein großer Hebel. Denn wir leben in einer Welt, in der jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden – viermal so viel wie für die Bekämpfung des Hungerproblems gebraucht würde.

Quelle: Schrott und Korn. Die Zeitschrift des Bioladens.

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